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Erftaldomorgel
Bilder der Orgel |
Historie: Die Orgeln im "Erftaldom" zu Hardheim, Pfarrkirche St. Alban |
Im Jahre 1894 begann Wilhelm Bader sen. damit, für den gerade erst vollendeten Erftaldom
eine neue Orgel (II /26) zu errichten.
Die boomenden Nachkriegsjahrzehnte führten - wie wir es heute negativ sehen - vielerorts
zu einer Purifizierung der Kirchenräume. Auch Hardheim selbst blieb davon nicht verschont
und dem Zeitgeschmack entsprechend wurde Mitte der 1960-er Jahre nahezu alles, was an
Neobyzantinik erinnerte und farbig war, entfernt. Auch die alte Bader-Orgel von 1894
spielte am 2.7.1967 zum letzten Mal. Als Schmuckstück in der kahlen, weißen Kirche kam
die am 31.3.1968 eingeweihte neue Orgel zur Geltung. Die Orgelbau-Vleugels GmbH konnte
ein zweimanualiges Werk mit 30 Registern und nahezu 2000 Pfeifen erstellen, welches
regional starke Beachtung fand.
Nachdem in den 1990-er Jahren eine durchgreifende Kirchenrenovierung ihren Abschluß
gefunden hatte, die auf die ursprüngliche Farbgebung aufbaute und seitdem den Kirchenraum
in alter/neuer Pracht erstrahlen lässt, konnte erst 2001 eine umfassende Renovierung und
Erweiterung der Orgel folgen.
Für die Qualität des vorhandenen Instrumentes spricht, dass es weitgehend in das neue
Konzept integriert werden konnte. Den schon in den 1960-er Jahren durchgeführten
Überlegungen, dass dem großen Kirchenraum eigentlich ein 3-manualiges Instrument
entsprechen würde, trugen die jetzt getroffenen Entscheidungen Rechnung.
Die beiden bisherigen Manualwerke Hauptwerk und schwellbares Positiv mit je 11
Registern wurden mit nur geringfügigen Veränderungen übernommen. Auch das bisherige
Pedalwerk, welches die zuvor genannten Manualwerke links und rechts flankiert, blieb
mit einzelnen Registerumstellungen erhalten. In der sich nach hinten erweiternden
Orgelkammer wurde ein neues, großes Teilwerk mil 17 Stimmen angefügt. Das eigentliche
Schwellwerk als III. Manual erhielt dort nachdem schon 1968 Bader-Stimmen der
Vorgängerorgel übernommen wurden - weitere Bader-Register aus den Lagerbeständen der Orgelmanufactur Vleugels.
Der Auftragsumfang in diesem Bereich mit 11 Stimmen wurde von uns der Orgelmanufactur Vleugels
größer ausgelegt
und erhielt zusätzliche Klangfarben, von denen hier z.B. die zarten Aeolinenklänge
zu erwähnen sind. (zur Darstellung eines absoluten Pianissimo). Zu den ursprünglich 8
vorhandenen Pedalregistern gesellt sich mit dem komplett eigenständigen Register
Untersatz 32' das tiefste Orgelregister überhaupt. Klanglich wird somit ein (Hardheimer)
Bogen gespannt von der ersten Orgel 1894 bis zum Jahre 2001.
Nachdem im technischen Bereich und hier insbesondere in der elektrischen Registersteuerung
zahlreiche Änderungen anstanden, entschied man sich für einen kompletten Neubau der
Tonmechanik. Obwohl zunächst ein Spielfenster geplant war, wurde doch wieder ein
freistehender Spieltisch an der ursprünglichen Position eingerichtet.
Mit der Gestaltung dieses Spieltisches wurden viele Erwartungen übertroffen.
Die Idee geht zurück auf E. F. Walcker, den damals bedeutendsten deutschen Orgelbauer,
der dieses Konzept 1840 für St. Petersburg entwarf. Mit zahlreichen Spielhilfen sowie
einem Setzer mit 4000 Speichermöglichkeiten ausgestattet, ist dieses Instrument auch
für den konzertanten Betrieb ausgelegt.
Der alte Cymbelstern, dessen sichtbares und sich drehendes Zeichen in der mittleren
Prospektpfeife nach einem Entwurf des damaligen Sachverständigen Pater A. Hohn, OSB
gestaltet wurde und bei dem im Orgelinneren (schwellbar im IIl. Manual) sechs Bronzeglocken
der Gießerei Schilling, Heidelberg, erklingen, stellt das übernommene Spielregister
dar. Dieser Bereich wurde um mehrere Möglichkeiten erweitert, von denen zunächst
eine Nachtigall oder auch das Donnergrollen (Tympanon) eingerichtet wurde.
Für italienische Musik steht eine reale Pauke zur Verfügung. Eine regulierbare
Windabschwächung für das neue III. Manuel unterstützt die Darstellung zeitgenössischer Musik.
Mit diesem Orgelwerk kann sich Hardheim zukünftig in mehrfacher Sicht
auch als bedeutender Orgelstandort präsentieren. Die Orgel
des "Erftaldomes" III/48 Register mit über 3000 Pfeifen reiht sich somit ein
in die größten Instrumente zwischen Frankfurt, Heidelberg und Würzburg.
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Disposition (Hardheim, St. Alban, III/48) |
Vleugels, 1968 (mit Bader-Registern von 1894) – Erweiterung 2001 (III.M.) |
I. Manual-Hauptwerk C-g'''
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- Bourdon
- Principal
- Rohrgedackt
- Octav
- Holztraverse
- Quint
- Superoctav
- Larigot
- Mixtur (5 fach)
- Cornet (5 fach)
- Trompete
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16' 8' 8' 4' 4' 2 2/3' 2' 1 1/3' 1 1/3' 8' 8'
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II. Manual-Positiv (schwellbar) C-g'''
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- Salicetprincipal
- Holzgedackt
- Praestant
- Rohrflöte
- Nasard
- Blockflöte
- Terz
- Sifflet
- Cymbel (4 fach)
- Cromorne
- Vox humana
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8' 8' 4' 4' 2 2/3' 2' 1 3/5' 1' 1' 8' 8' |
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III. Manual-Schwellwerk C-g'''
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- Grossgamba
- Geigenprincipal
- Flöte harmonique
- Viola da Gamba
- Aeoline
- Vox coelestis
- Viola
- Metalltraverse
- Quintflöte
- Flageolet
- Violine*
- Terzflöte
- Cornet-Mixtur (3 fach)
- Harm. aetherea (4 fach)*
- Basson*
- Trompete harmonique
- Hautbois
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16' 8' 8' 8' 8' 8' 4' 4' 2 2/3' 2' 2' 1 3/5' 2 2/3' 2' 16' 8' 8' |
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Pedal C-f'
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- Untersatz
- Principalbass
- Subbass
- Octavbass
- Violonbass
- Choralbass
- Hintersatz (4 fach)
- Posaunbass
- Trompetbass
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32' 16' 16' 8' 8' 4' 2 2/3' 16' 8' |
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* Nr. 33, 36 und 37 noch vacant
Tontraktur mechanisch neu, Registertraktur elektrisch neu (ET-System), Züge der Register aus Ebenholz gedrechselt mit Schildchen aus Aluminium
Registerzüge Padouk: 6 Normalkoppeln, zus. Sub III/I und Super III/I, Sub III und Super III.
Pistons: 6 Normalkoppeln, Crescendo an, Zungen ab, Tutti, Rücksteller, Sequenzer
2 Tremulanten für II. Man. und III. Man.
Crescendo (als Tritt) und 2 Schwelltritte
Elektronischer Setzer 4000-fach mit Sequenzern (5-fach) in 4 Bereichen mit 3 Schlüsselschaltern, neuartige Sequenzerleiste über I. Man. (abschaltbar).
Spielregister: Glockenspiel, Cymbelstern, Kuckuck, Nachtigall, Tympanon, Regenmaschine, „Heulender Wolf“, Pauke, Windabschwächung für III. Man. und 32'(teilweise vorbereitet)
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